06.02.2026BME-News

Jahresauftaktveranstaltung 2026 von BME rmr, BME-Region Hanau und DFK

Viel Raum zwischen Kuschelkurs und Arbeitsgericht.
Mit praxisnahen Beispielen verdeutlichte Referent Jürgen Skupien, wie Führungskräfte durch konstruktive Kommunikation Konflikte lösen und Potenziale freisetzen können. © BME rmr

„Konstruktive Kritik soll Verhalten verändern und die Leistung erhöhen“, sagt Jürgen Skupien. Sein Vortrag beim gemeinsamen Jahresauftakt des BME rmr, der BME-Region Hanau und des DFK-Verbands für Fach- und Führungskräfte zeigte: Mit wenig Aufwand kann man damit viel Potenzial freisetzen. Das wird aber in den meisten Unternehmen sträflich vernachlässigt. Der Experte für Konfliktlösungsstrategien hatte eine ganze Menge guter Tipps, wie es besser geht. Und das Beste: Sie anzuwenden, kann Menschen sowohl im Beruf als auch im Privatleben weiterbringen.

Zunächst jedoch stimmte Dr. Lars Kleeberg, Hauptgeschäftsführer des BME, die rund 70 Gäste der Veranstaltung auf das neue Jahr ein. Er setzte positive Impulse: „Lösungs- statt problemorientiert, wieder mehr zuhören statt nur zu senden, gemeinsam statt einsam“, lautete sein Rezept gegen das derzeit vielfach vernommene Trübsal. Dennoch bleibt die Situation auch für die rund 13.000 Mitglieder des BME herausfordernd. Die Just-in-Time-Strategie sei längst von einer Just-in-Case-Strategie abgelöst worden, habe jüngst ein Einkäufer zu ihm gesagt. Es gehe immer stärker darum, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das funktioniert im Netzwerk und mit guter Zusammenarbeit besser – eben so, wie es die drei organisierenden Regionenverbände mit ihrer Veranstaltung zum Jahresauftakt vorlebten.

Um daran anzuknüpfen: Die Welt wäre wohl eine noch bessere, wenn auch große Staatenlenker einige Konfliktlösungsstrategien befolgen würden, die Jürgen Skupien anschließend vorstellte. Es war schnell nachvollziehbar, dass Machtgehabe, Bloßstellung oder Vorwürfe nichts Gutes hervorbringe. Eine Aufgabe von Führungskräften sei vielmehr, die Sicherheits- beziehungsweise Komfortzone ihrer Mitarbeiter zu vergrößern. Zudem seien Schuldzuweisungen rückwärtsgewandt und brächten niemandem etwas. Das bedeute nicht, Fehler schönzureden: „Aber die Bandbreite zwischen Kuschelkurs und Arbeitsgericht ist groß.“

Warum – nicht!

So empfahl er beispielsweise, das Wort „Warum“ in diesem Zusammenhang aus dem Wortschatz der Führung zu streichen: Als Antworten kämen nur Entschuldigungen. Wer stattdessen frage: „Was würdest Du das nächste Mal verändern?“, schaffe gleich eine ganz andere Basis für das Gespräch. Ohne sich abgesprochen zu haben, unterstrich er damit auch, was Dr. Lars Kleeberg bereits eingangs betont hatte: Lösungsorientiert zu arbeiten ist viel erfolgversprechender, als überall Probleme zu sehen. Dazu braucht es keine große Investition, sondern lediglich einen Wandel der Perspektive.

Ein Schlüssel dabei spielt – natürlich – auch die Kommunikation. Es ist bekannt, dass weit mehr als die Hälfte davon nonverbal stattfindet. Während jedoch in anderen Bereichen Profitrainer verpflichtet und regelmäßig wiederkehrende Schulungen durchgeführt würden, werde die Art der Kommunikation selten gestärkt, hob Jürgen Skupien hervor. Einmal ein Lob aussprechen, über eigene Fehler berichten – es gibt so viele einfache, aber sehr effektive Maßnahmen zur Stärkung des betrieblichen Miteinanders und damit der Produktivität. Umso mehr wundert man sich, dass die Realität in vielen Unternehmen immer noch anders aussieht.

Verabschiedung nach 30 Jahren

Bevor es im Anschluss des Vortrags wieder Gelegenheit zum beliebten und rege genutzten Networking gab, gab es eine besondere Verabschiedung beim BME rmr. Laurenz Büschel hatte sich nach 30 Jahren Tätigkeit im Vorstand dazu entschlossen, sein Ehrenamt aus persönlichen und beruflichen Gründen abzugeben. Ehrenvorsitzender Lothar Kunkel erinnerte noch einmal an einige der vielen Aufgaben, die Laurenz Büschel in dieser Zeit übernommen hat.

Dazu zählten etwa die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit, die Produktion und Veröffentlichung der BME rmr-Info – deren Jahrgänge vollständig in der Deutschen Nationalbibliothek hinterlegt sind –, sowie die Gründung der Young Professionals. Die „YPs“ sind mittlerweile unter dem Dach des Bundesverbands, der ebenfalls wiederholt auf den Rat von ihm zurückgriff, etwa in Fragen der Digitalisierung, der Logoentwicklung und der Gestaltung der Website. Sowohl der Vorstand des BME rmr als auch BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Lars Kleeberg bedankten sich für drei Jahrzehnte prägende Arbeit für den Verband.

Autor: David Schahinian