14.06.2023Veranstaltungen

Nachhaltigkeit im Einkauf prägt Lieferketten

BME-Sustainability-Summit 2023 am Mittwoch in Darmstadt mit mehr als 200 Teilnehmenden beendet. Die erstmals als zweitägiges Event organisierte Fachveranstaltung beleuchtete komplexe Herausforderungen, denen sich die Beschaffung in deutschen Unternehmen zu stellen hat.
Mehr als 200 Teilnehmende nutzten auf dem diesjährigen BME-Sustainability Summit die Gelegenheit zum intensiven Networking. © Ulrich Häfner/BME e.V.

Der Einkauf steht vor enormen, teils komplexen Herausforderungen. Er muss ökologische, soziale und wirtschaftliche Belange in seinen Beschaffungsprozessen berücksichtigen. Dabei wird Nachhaltigkeit für den Einkauf immer mehr zum relevanten Entscheidungskriterium. Die dazu erforderlichen Werkzeuge und Strategien standen im Fokus des BME-Sustainability-Summit 2023, der am Dienstag (13.06.2023) in Darmstadt eröffnet wurde und am Mittwochnachmittag (14.06.23) endete.

Einhelliger Tenor der 38 Referent:innen und mehr als 200 Teilnehmenden des ersten Veranstaltungstages war, dass die Unternehmen zur langfristigen Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit in digitale Beschaffungsprozesse, moderne Infrastruktur, zukunftsweisende Innovationen und Nachhaltigkeit investieren müssen. Vor allem Sustainability sollte vom Einkauf als wichtiger Bestandteil seines Risikomanagements verstanden werden. Dazu gehöre auch, nachhaltige Arbeitsprozesse abteilungsübergreifend zu implementieren.

Im Fokus des zweiten Tages der Flaggschiff-Veranstaltung für nachhaltige Beschaffung standen Keynote-Vorträge aus dem Industrie- und Dienstleistungssektor. Anschließend erhielten die Teilnehmenden in den parallelen Streams „Ökonomie“, „Ökologie“ und „Sozial“ weitere Einblicke in nachhaltige Beschaffungsorganisationen sowie Tipps der Experten zur erfolgreichen Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie. Dazu zählt u.a. die Einbindung der Lieferanten in das Thema Nachhaltigkeit bereits bei der Angebotseinholung. Außerdem sollten die Bieter die Möglichkeit erhalten, nachhaltige Alternativen zum angefragten Produkt anzubieten. So können – statt der immer gleichen Angebote – Innovationen in den Markt gebracht werden.

Die Referenten bemerkten übereinstimmend, dass die Beschaffung beim Thema Nachhaltigkeit über die Nachfrage und den Schulterschluss mit den Fachabteilungen einen großen Hebel hat. So können zum Beispiel nachhaltige Kriterien definiert werden, die den Lieferanten mitgeteilt werden und die in die Angebotsbewertung einfließen. Bei Nichterfüllung einzelner Kriterien wird ein Malus auf den Angebotspreis aufgeschlagen. Dadurch können zunächst vermeintlich teurere aber nachhaltigere Angebote letztlich günstiger und in der Anschaffung attraktiver werden.  

In den Keynotes, Kurzpräsentationen und Best-Practice-Vorträgen wurde deutlich, dass das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf eine immer größere Bedeutung erlangt. Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie eine Verantwortung für Umwelt- und Sozialbelange tragen und dass nachhaltige Beschaffung nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten kann. Ein weiterer Trend: Verantwortungsvolle Beschaffung lässt sich auch durch starke Partnerschaften erreichen.

Ebenfalls diskutiert wurde in Darmstadt das wichtige Thema „CO2-Fußabdruck“. Eine möglichst gute CO2-Bilanz spielt bereits heute eine wichtige Rolle im Einkauf vieler Unternehmen. Durch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen können Unternehmen sowohl ihre Umweltbelastungen verringern als auch die angestrebten Nachhaltigkeitsziele erreichen.

Am Dienstagvormittag hatten der Einkäuferverband und das JARO Institut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung e.V. erstmals zum „Praxisdialog Lieferkettengesetz“ nach Darmstadt eingeladen. Dort hielt Torsten Safarik, Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die Begrüßungs-Keynote.

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