Neues DERA-Frühwarnsystem für die Wirtschaft
Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hat ein Echtzeitmonitoring für global bedeutende Produktionsstandorte von mineralischen Rohstoffen eingeführt. Damit sollen Unternehmen schneller über kritische Ereignisse auf den Rohstoffmärkten und damit verbundene Preis- und Lieferrisiken informieren. Der Start des neuen Frühwarnsystems, das Teil des DERA-Rohstoffmonitorings ist, erfolgte am 1. Oktober 2026.
„Resiliente Rohstofflieferketten sind für die verarbeitende Industrie in Deutschland ein Schlüsselfaktor, um stabile Produktionsprozesse zu gewährleisten. Mit dem Echtzeitmonitoring können wir jetzt die Auswirkungen störender Ereignisse wie Naturkatastrophen, handelspolitische Konflikte oder einzelne Produktionsausfälle auf die Lieferketten sofort bewerten und damit gezielt das Risikomanagement von Unternehmen durch Warnmeldungen unterstützen“, erklärte DERA-Leiter Dr. Peter Buchholz.
Das neue Frühwarnsystem sei Bestandteil der nationalen Krisenvorsorge zur Erhöhung der Lieferketten-Resilienz, teilte die DERA weiter mit. Gleichzeitig diene es der Umsetzung der EU-Verordnung zu kritischen Rohstoffen („European Critical Raw Materials Act“), die den Aufbau resilienter Lieferketten zum Ziel habe.
Die Warnhinweise sollen es vor allem der verarbeitenden Industrie ermöglichen, zeitnah auf unerwartete Vorfälle am Anfang der Lieferkette zu reagieren. „Ein risikobewusstes Management kann kurz- bis mittelfristig ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein“, so der DERA-Leiter.
Im Rahmen der Startphase des neuen DERA-Tools werden knapp 900 Bergbau- und Raffineriestandorte mit weltweiter Bedeutung für die Rohstoffmärkte überwacht. Für das Monitoring hat die DERA zunächst zwölf strategisch wichtige Rohstoffe ausgewählt. Zu ihnen zählen Antimon, Kobalt, Kupfer, Eisen, Germanium, Lithium, Mangan, Graphit, Seltene Erden, Titan-Schwamm, Vanadium und Zink.
Gemeinsam mit einem beauftragten Unternehmen werden mit Hilfe von Big Data und Künstlicher Intelligenz täglich Millionen von Meldungen zu Störungsereignissen getrackt und bewertet. Zu den untersuchten Risiken gehören Erdbeben, Unwetter, bewaffnete Konflikte, Exportkontrollen oder Werksschließungen. Haben solche Störungen das Potenzial weitreichender Auswirkungen auf die Lieferketten, erhalten Unternehmen von der DERA eine Warnmeldung mit einer Einschätzung der Situation für die jeweiligen Rohstoffmärkte. Hierzu haben die DERA-Fachleute eine spezielle Bewertungsmethodik entwickelt.
Unternehmen, die Interesse an den Meldungen des Echtzeitmonitorings der DERA haben, können sich hier ab sofort über die DERA-Website mit ihren Rohstoffpräferenzen anmelden und sich über die Methodik informieren.