26.06.2026Politik & Wirtschaft

Politik Update des BME: Orientierung in Zeiten geopolitischer und regulatorischer Umbrüche

Handelskonflikte, neue EU-Regulierungen und eine nur langsam anziehende Konjunktur prägen derzeit das wirtschaftliche Umfeld vieler Unternehmen. Das aktuelle Politik Update des BME, Ausgabe 01/2026, analysiert die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen und zeigt auf, welche Auswirkungen sie auf Einkauf, SCM und Logistik haben.
Die politischen und regulatorischen Anforderungen an Unternehmen nehmen weiter zu. Das Politik Update des BME, Ausgabe 01/2026, ordnet aktuelle Entwicklungen ein und zeigt ihre Bedeutung für Einkauf, Logistik und Lieferketten auf. © sesame/iStock

Die deutsche Wirtschaft sendet zur Jahresmitte 2026 erste Signale der Stabilisierung. Von einem nachhaltigen Aufschwung kann jedoch noch keine Rede sein. Hohe Kosten, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen belasten weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen.

Für Einkauf und SCM gewinnt die Fähigkeit, Risiken frühzeitig zu erkennen und Lieferketten resilient aufzustellen, damit weiter an Bedeutung. Das aktuelle Politik Update des BME liefert hierzu eine fundierte Einordnung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Neue Herausforderungen im transatlantischen Handel

Ein Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe liegt auf den Veränderungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa. Die Zollpolitik der zweiten Trump-Administration und die jüngsten Vereinbarungen im transatlantischen Handel schaffen zwar teilweise mehr Planungssicherheit, bringen für Unternehmen aber weiterhin erhebliche Herausforderungen mit sich.

Beschaffungsstrategien müssen zunehmend geopolitische Risiken berücksichtigen. Zollregelungen, Lieferantenstrukturen und Preisentwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Kosten- und Versorgungssicherheit von Unternehmen aus.

Europäische Industriepolitik im Wandel

Auch auf europäischer Ebene verändern sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Mit dem Clean Industrial Deal rückt die EU die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie stärker in den Mittelpunkt. Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung sollen künftig enger miteinander verbunden werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei der geplante Industrial Accelerator Act. Vorgesehen sind unter anderem stärkere Anreize für europäische Wertschöpfung sowie Anforderungen an CO₂-arme Produkte. Für Einkauf und Beschaffung ergeben sich daraus neue strategische Anforderungen.

Regulatorik bleibt ein zentrales Thema

Das Politik Update beleuchtet zudem wichtige regulatorische Entwicklungen auf EU-Ebene. Dazu zählen die Umsetzung des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), die neue Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) sowie die Omnibus-Pakete zur Vereinfachung bestehender Nachhaltigkeitsvorgaben.

Auch die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) bleibt trotz verschobener Fristen relevant. Unternehmen gewinnen zwar mehr Zeit für die Umsetzung, müssen sich jedoch weiterhin auf umfassende Anforderungen an Transparenz und Dokumentation entlang ihrer Lieferketten vorbereiten.

Politische Entwicklungen strategisch einordnen

Das Politik Update des BME macht deutlich, wie eng wirtschaftlicher Erfolg heute mit politischen Entscheidungen verknüpft ist. Geopolitische Spannungen, handelspolitische Veränderungen und regulatorische Vorgaben beeinflussen zunehmend die Arbeit von Einkauf, Supply Chain Management und Logistik.

Mit seiner aktuellen Analyse bietet der BME Unternehmen Orientierung in einem anspruchsvollen Umfeld und unterstützt sie dabei, politische Entwicklungen frühzeitig zu bewerten und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Ihre Kontaktperson

Alexander Grimm
Politischer Referent BME e.V.