08.06.2026Politik & Wirtschaft

SVI-Connect auf dem Defence Innovation Summit NRW in Dortmund

Mit über 300 Teilnehmenden aus Wirtschaft, öffentlicher Hand und Institutionen hat der Defence Innovation Summit NRW am 02.06.2026 eindrucksvoll gezeigt: Verteidigungsinnovation ist in der Mitte der Wirtschaft angekommen.
Paneldiskussion auf dem Defence Summit NRW am 02.06.2026 in Dortmund: Hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft tauschten sich zum Themenkomplex „Neue Defence-Technologien – Von NRW in die Welt“ intensiv aus. © IHK zu Dortmund/Oliver Schaper

Veranstaltet vom DefenceTech-Inkubator.NRW am 02. Juni 2026 in der IHK Dortmund, stand die Veranstaltung ganz im Zeichen eines zentralen Reality Checks für den Defence-Markt.

Im Fokus der Präsentationen und Diskussionen standen hochaktuelle Themen:

  • Wird die „New Defence“ die etablierte „Old Defence“ ablösen – oder führt der Weg zu einem kooperativen Miteinander?
  • Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für Marktakteure und Lieferantenstrategien?
  • Welche Rolle spielen AI-first-Ansätze und softwaredefinierte Verteidigungssysteme?
  • Wer sind die „Neo Primes“ der Zukunft und sind Dual Use und Defence Technologien die Treiber der Innovationen von morgen?
  • Wie lassen sich Start-ups und Scale-ups gezielt fördern und integrieren?

Mirjam Zeller, Leiterin des Competence Center Defence Procurement, ist davon überzeugt: „Die Zukunft der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist kein Entweder-Oder zwischen ‚Old‘ und ‚New Defence‘, sondern ein intelligentes Zusammenspiel aus etablierten Strukturen, neuen Akteuren und AI‑getriebenen, softwarebasierten Systemen. Wer Kooperationen stärkt, Innovationen aus Dual‑Use-Technologien nutzt und KI gezielt integriert, wird zu den ‚Neo Primes‘ von morgen gehören.“ Der BME wird dies durch zielgerichtete Vernetzung unterstützen.

SVI-Connect: Vernetzung und Orientierung für die Industrie

Der BME war vor Ort als Repräsentant von SVI-Connect vertreten, der durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Matching Plattform, um den aktiven Dialog mit Unternehmen zu stärken und als Ansprechpartner für zentrale Fragestellungen zur Verfügung zu stehen – insbesondere zu:

  • Bundeswehrbeschaffung (öffentliche Vergabe vs. private Beschaffung)
  • Lieferantenmanagement und Qualifizierung
  • Materialwirtschaft und Logistik entlang komplexer Lieferketten

Gerade für den Mittelstand besteht ein hoher Informations- und Vernetzungsbedarf – gleichzeitig liegen hier enorme Potenziale für zukünftige Fähigkeiten. Vernetzung und Kontakte sind dabei unerlässlich.

Logistik als unterschätzter Schlüsselfaktor

Prof. Alice Kirchheim, vom Fraunhofer IML, unterstrich die zentrale Rolle der Logistik für Verteidigungsfähigkeit: „Oft wird Logistik unterschätzt, dabei ist sie maßgeblich für jegliche operative Umsetzung“ – von der Bewegung von Personal bis zur Versorgung mit Materialien.

Mit Initiativen wie dem geplanten Robo Hub in Dortmund, wird deutlich: Deutschland – und insbesondere NRW – positioniert sich als wichtiger Standort für logistische Innovationen im Defence-Bereich. Themen wie zivil-militärische Kooperation und digitale Souveränität sind dabei integrale Bestandteile.

Mittelstand im Fokus: Aufbau eines Defence-Ökosystems

Paul Höller, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, sieht dabei in der vielfältige Unternehmenslandschaft in NRW – nicht primär geprägt von großen Playern, sondern von leistungsfähigem Mittelstand – eine große Chance, ein belastbares Defence-Ökosystem aufzubauen.

Dafür braucht es, da waren sich alle einig:

  • Transparenz im Beschaffungswesen der Bundeswehr
  • Beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren
  • Initiativen wie ein mögliches Production Launch Center Defence
  • stärkeren Dialog entlang der gesamten Lieferkette – bis hin zu Vorprodukten und Grundstoffen

Fazit: Resilienz erfordert neue Denkansätze

Die Diskussionen machten deutlich: Reine marktwirtschaftliche Kriterien greifen im Defence-Kontext zu kurz. Es geht nicht nur darum, Produkte zu beschaffen, sondern vor allem darum, die richtigen Fähigkeiten für die Zukunft aufzubauen und vorzuhalten.

Eine leistungsfähige und resiliente Wirtschaft entsteht nur, wenn Verteidigungsfähigkeit, Cyber Security und industrielle Wertschöpfung gemeinsam gedacht werden.

Unser Dank

Ein herzlicher Dank gilt der IHK zu Dortmund und dem DefenceTech-Inkubator.NRW für eine hervorragend organisierte Veranstaltung und den intensiven Austausch mit hochkarätigen Teilnehmenden.

Beschaffung in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie: Toolkit Defence & Supply (15.09.2026, Darmstadt)

Das Veranstaltungsformat richtet sich an alle, die Teil der Lieferkette Defence sind oder Zugang in die Lieferkette zu Primes, Tier 1/Tier 2 Lieferanten oder öffentlichen Beschaffern suchen - Geschäftsführer, Industry Leads Defence, Business Developer aus Lieferanten, Mittelstand, Start-Ups, Scale‑ups.

Ihre Kontaktperson

Mirjam Zeller
Geschäftsführerin BME Marketing GmbH