Umfrage: Automatisierung und KI noch nicht immer Schlüsselfaktor für den Einkauf
Das innovative Zusammenspiel von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) gehört für den Einkauf zu den zentralen Schlüsselfaktoren. Beide Technologien entfalten aber nur dann ihre volle Wirkung, wenn diese vom Einkauf wirkungsvoll eingesetzt werden. Das sind zentrale Ergebnisse des Einkaufsbarometers Mittelstand 2026. Die aktuelle Studie zeigt auch: Je besser Routinen automatisiert und Informationen vorbereitet werden, desto stärker verschiebt sich die Rolle des Einkaufs hin zu den Aufgaben, die Urteilsvermögen, Erfahrung und fachliche Einordnung verlangen. Der eigentliche Fortschritt entsteht, wenn Technologie nicht isoliert eingeführt wird, sondern Mitarbeitende wirksam unterstützt und ihre Rolle im Prozess stärkt.
Die Onventis GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) sowie der ESB Business School als wissenschaftlichem Partner über 500 Einkaufsverantwortliche aus dem europäischen Mittelstand befragt. Die 8. Ausgabe der jährlichen Studie richtet 2026 den Fokus auf das Spannungsfeld zwischen Digitalisierungsstrategien und den aktuellen Herausforderungen europäischer Einkaufsteams.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Anspruch und Realität driften auseinander: 94,9 Prozent erwarten eine Veränderung des Rollenprofils im Einkauf. Gleichzeitig sehen nur 18,6 Prozent ihre Automatisierung als hoch ausgereift, beim KI-Einsatz sind es gerade einmal 6,0 Prozent.
- Strukturen entscheiden über Fortschritt: 64,8 Prozent nennen fehlende Ressourcen, 56,0 Prozent Datenqualität und 46,2 Prozent fehlende Prozessstandards als größte Hürden. Fortschritt hängt maßgeblich von strukturierten Prozessen, klaren Zuständigkeiten und belastbaren Daten ab.
- Lieferantenmanagement bleibt das größte Handlungsfeld: 70,1 Prozent sehen hier den größten Digitalisierungsbedarf. In keinem anderen Bereich treffen Anforderungen, Daten und externe Abhängigkeiten so stark aufeinander.
- Automatisierung funktioniert – aber nicht überall: 76,5 Prozent berichten von Zeitersparnis, 51,8 Prozent von Fehlerreduktion durch Automatisierung. Die größten Effekte entstehen in klar strukturierten Prozessen, während die Umsetzung in komplexeren Bereichen deutlich aufwendiger bleibt.
- KI ist angekommen, der Nutzen oft noch offen: 69,5 Prozent setzen KI ein, testen oder planen den Einsatz. Der Reifegrad bleibt jedoch niedrig.
„Der KMU-Einkauf hat seine zukünftige Rolle klar definiert, wird aber durch finanziell und personell begrenzte Kapazitäten ausgebremst im Einsatz von KI“, betont BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Lars Kleeberg.
Weitere Ergebnisse des Einkaufsbarometers Mittelstand: 44,8 Prozent der Befragten bewerten die Automatisierung ihres Einkaufs als wenig ausgereift; beim KI-Einsatz liegt der Reifegrad mit nur 6,0 Prozent noch niedriger. Und: 95,1 Prozent der Befragten sehen in der Rechnungsverarbeitung das größte Automatisierungspotenzial.
Einkaufsbarometer Mittelstand 2026 zum Download hier.