Startschuss für neue Europäische Rohstoffallianz

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Wir brauchen eine sichere und vor allem nachhaltige Rohstoffversorgung“. Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU-Kommission: „Unser strategischer Ausblick zeigt deutlich, dass die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen zunehmen wird, insbesondere angesichts des laufenden Übergangs zu einer grünen und digitalen Wirtschaft.

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Die EU-Kommission hat die Europäische Rohstoffallianz gegründet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Unternehmen, in den sich auch Nichtregierungsorganisationen, Verbände und Regierungen einbringen können, informiert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Danach sei es Ziel der Rohstoffallianz, eine sichere und nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen in der EU sicherzustellen.

„Für den Umbau unserer Energieversorgung, aber auch für die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft insgesamt brauchen wir eine sichere und vor allem nachhaltige Rohstoffversorgung. E-Autos oder Windkraftanlagen sind nur zwei Beispiele, die dies deutlich machen. Ich freue mich daher sehr, dass die EU-Kommission die Europäische Rohstoffallianz ins Leben gerufen hat“, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in einer ersten Reaktion. Seinen Angaben zufolge wollen sich bereits über 100 Unternehmen in dieser Allianz engagieren. Das zeuge von ihrer Bedeutung. Altmaier: „Auf Deutschlands Unterstützung kann die Rohstoffallianz zählen.“

Die Allianz solle sich zunächst darauf konzentrieren, die Widerstandsfähigkeit der EU in den Wertschöpfungsketten für Seltene Erden und Magnete zu erhöhen. Diese seien für viele Industriesektoren der EU, wie beispielsweise beim Bau erneuerbaren Energien oder im Bereich Raumfahrt von hoher Bedeutung. Gleichzeitig weise die EU bei den Metallen der Seltenen-Erden-Gruppe die größte Importabhängigkeit aus. In einem weiteren Schritt solle der Fokus auf andere kritische Rohstoffe sowie Basismetalle ausgeweitet werden.

Mit der Gründung der Rohstoffallianz habe die Europäische Kommission die zentrale Maßnahme ihres Aktionsplans zu kritischen Rohstoffen umgesetzt, den sie am 3. September 2020 veröffentlicht hatte. Neben der Gründung einer Europäischen Rohstoffallianz benennt der Aktionsplan neun weitere Maßnahmen, um die starke Importabhängigkeit Europas bei wichtigen Rohstoffen zu verringern.

„Unser strategischer Ausblick zeigt deutlich, dass die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen zunehmen wird, insbesondere angesichts des laufenden Übergangs zu einer grünen und digitalen Wirtschaft. Die Pandemie hat auch die Bedeutung der Rohstoffe für unsere wirtschaftliche Erholung deutlich gemacht. Um eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen zu gewährleisten, müssen wir unsere Kräfte europaweit bündeln, wie wir es für die Europäische Batterie-Allianz getan haben“, sagte Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU-Kommission.

„Die Europäische Rohstoffallianz ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung industrieller Ökosysteme, die von Rohstoffen abhängig sind. Sie wird die grünen und digitalen Übergänge beschleunigen, indem sie die Wertschöpfungsketten stärkt, das Angebot diversifiziert und alle bereitwilligen Partner in die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen einbezieht. Wir laden alle Beteiligten, Organisationen der Zivilgesellschaft, Forscher, große und kleine Unternehmen, Mitgliedstaaten und Regionen ein, uns bei der Erreichung dieser Ziele zu unterstützen“, betonte der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton in seinem Statement.

Für weitere Informationen:
Frank Rösch, BME-Konjunktur- und Rohstoffmonitoring (E-Mail: frank.roesch(at)bme.de)

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