29.11.2021 //

Weltwirtschaft erholt sich vom Pandemie-Schock

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat ihren Konjunktur- und Kapitalmarktausblick „Märkte und Trends 2022“ vorgestellt. Danach befinden sich viele Länder in einem Aufschwung, der durch „all-inclusive-Pakete“ der Notenbanken und Regierungen unterstützt werde.

Dr. Gertrud Traud (Foto) geht im aktuellen Helaba-Konjunktur- und Kapitalmarktausblick der Fragen nach, wohin die Reise geht und was die Weltwirtschaft auf ihrer Reise erlebt. Das Hauptszenario trägt den Titel „Aufschwung all inclusive“. Bildquelle: Dr. Gertrud Traud (Foto) geht im aktuellen Helaba-Konjunktur- und Kapitalmarktausblick der Fragen nach, wohin die Reise geht und was die Weltwirtschaft auf ihrer Reise erlebt. Das Hauptszenario trägt den Titel „Aufschwung all inclusive“. Bildquelle: Frank Rösch/BME, Helaba

Nach der tiefen Rezession im Frühjahr 2020 hat die Weltwirtschaft mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen Fahrt aufgenommen. „Sie erholt sich weiter vom Schock der Pandemie. Dabei fällt der Aufschwung äußerst ungewöhnlich aus“, teilte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, bei der Vorstellung des Konjunktur- und Kapitalmarktausblicks Märkte und Trends 2022 in Frankfurt mit.

Dem prognostizierten Hauptszenario zufolge tragen die aufgestaute Nachfrage und die expansive Geld- und Fiskalpolitik erheblich zur Erholung der Weltwirtschaft bei. Die Länder befänden sich in einem Aufschwung, der quasi durch „all-inclusive-Pakete“ der Notenbanken und Regierungen unterstützt werde. Traud: „Dies wird noch weit ins Jahr 2022 tragen und die Arbeitsmärkte weiter verbessern. Gleichzeitig begleiten Lieferengpässe und zunehmender Preisdruck – sonst spätzyklische Phänomene – diesen Aufschwung fast von Beginn an.“

Auf die Frage des BME, ob es sich bei den anhaltenden Lieferengpässen in Deutschland nur um eine Konjunkturdelle handelt oder ob es der Beginn eines klaren Abwärtstrends sein könnte, antwortete die Helaba-Chefvolkswirtin: „Die Lieferengpässe sind für mich ein Phänomen. Sie gehen mit dem Konjunkturaufschwung bereits seit Frühjahr 2020 Hand in Hand und werden immer offensichtlicher. Aktuell bremsen die Lieferengpässe viele Firmen aus. Ich erwarte, dass zwar manche Lieferengpässe beseitigt werden können, aber nicht alle. Und wir werden in dieser Hängepartie bleiben. Daher ja, weiterhin Aufschwung, aber von Lieferengpässen begleitet und in der Folge weiter steigenden Preisen.

Die Wachstumsdynamik bleibe in den großen Volkswirtschaften über dem Trend. Für Deutschland sehen die Helaba-Volkswirte und -Volkswirtinnen 2022 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von vier Prozent – nach knapp drei Prozent in diesem Jahr. In der Eurozone werde das Wachstum mit fast vier Prozent dagegen unter dem des Vorjahres (5,1 Prozent) liegen. In den USA sei ein BIP-Anstieg von vier Prozent realistisch – nach 5,5 Prozent in diesem Jahr.

Nachhaltigkeit und die politische Umsetzung der Klimawende werden nach Trauds Einschätzung 2022 nicht nur in Deutschland im Fokus stehen. Der damit verbundene erhebliche Investitionsbedarf berge angesichts der vielfach angespannten Lage der öffentlichen Haushalte und hoher Auslastung in zentralen Branchen wie dem Baugewerbe Konfliktstoff. Effizienz und Zielgenauigkeit sollten daher angesichts knapper Ressourcen entscheidende Kriterien für die ergriffenen Maßnahmen sein. Zu klären sei ebenfalls, wer die erforderlichen Ausgaben letztlich trage. Die Qualität der politischen Schritte in Richtung eines nachhaltigeren Wirtschaftens werde 2022 ein entscheidender Faktor für die Stimmung an den Finanzmärkten, in der Wirtschaft insgesamt und in der Bevölkerung sein.

Hintergrund: Der aktuelle Konjunktur- und Kapitalmarktausblick der Helaba geht der Fragen nach, wohin die Reise geht und was die Weltwirtschaft auf ihrer Reise erlebt. Das Hauptszenario trägt den Titel „Aufschwung all inclusive“. Unerwartete Störungen könnten Wirtschaft und Finanzmärkte aber auch auf einen Horrortrip (Negativszenario) schicken. Im Positivszenario bricht die Weltwirtschaft zu einer Traumreise auf – getragen vom klimafreundlichen Umbau der global economy.

Frank Rösch, BME-Konjunktur- und Rohstoffmonitoring

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